Floating, 2025, Michael Pilz

Premiere und Buchpräsentation:

Floating von Michael Pilz

8. Mai 2025

Das Buch Die Weidinger Gespräche ist das Ergebnis eines von Michael Pilz konzipierten Gesprächs-Marathons: zwei Menschen reden miteinander. Einfach so. Es gibt mehrere Treffen, immer im selben Kaffeehaus, immer am selben Platz – mit Hund. Sie sprechen über Kunst, Gesellschaft, ihr eigenes Leben, 'Gott und die Welt', über Alles (Mögliche). Insgesamt werden daraus zwölf lange Gespräche. Die beiden Menschen sind seit langem freundlich vertraut miteinander, aber auch nicht so vertraut, dass sie nicht relevante oder auch weniger wichtige Details aus ihrem persönlichen Leben neu erzählen könnten.
 
Die Art der anschließenden Verschriftlichung war uns so wichtig wie die Gespräche selbst. Beides zusammen ist Inhalt des Buchprojekts. Das heißt, jedes Zögern, Neuansetzen beim Reden, die Fehler und jede nebensächlich geäußerte Bemerkung sollten festgeschrieben werden. Natürlich als Fließtext – und nicht mit Blocksatz – um das Offene des Redens, das Ausfließende der gesprochenen Sätze grafisch darstellen zu können. Der Umsetzung dieses Konzepts waren Grenzen gesetzt. Stimmlagen z.B, Gesten und Intonation sind nicht in Schrift übersetzbar.  
 
Michael Pilz wollte ein Werk schaffen, das mit der offenen Form seiner Filme vergleichbar wäre. Er lässt die Kamera oft wie absichtslos 'frei' schweifen oder auch sehr lange an einem Ort bleiben. So entwickelt sich eine Choreographie des Zufalls. Das 'DA'-Sein ist ein Inhalt.
 
Bei unserem Projekt ging es darum, gelassenes, interessiertes und auch heiteres Sprechen so authentisch wie möglich in das Medium Sprache zu übersetzten.

So ist vielleicht ein Lesefilm entstanden.
 
Birgit Flos, Michael Pilz: Die Weidinger Gespräche, Bibliothek der Provinz 2025, 760 S.