Kurdwin Ayub © Yasmina Haddad

Kurdwin Ayub
Das Innere nach außen kehren

29. Mai 2025

Als Kurdwin Ayub vor 13 Jahren erstmals mit einem Viennale-Special gewürdigt wurde, war die im Irak geborene und in Wien aufgewachsene Regisseurin gerade einmal 22 Jahre alt und ihre performativen Videoarbeiten in aller Munde. Als popkulturelle Auseinandersetzung mit Geschlechterklischees, Authentizität und Selbstinszenierung sind  sie ebenso radikal wie intim Ausdruck eines rebellischen Geistes. Ayubs Lust, humorvoll Konventionen zu unterlaufen und Erwartungen zu brechen, zieht sich auch durch ihre oft autobiografisch geprägten Kurzfilme. Anhand ihrer Familie und Reisen in die kurdische Heimat ihrer Eltern nutzt sie ihre eigene migrantische Identitätssuche als Ankerpunkt, um ihre anti-patriarchale Perspektive zu schärfen. Sie ist nahe dran an den Gemeinschaften, denen sie sich widmet, lässt Ambivalenzen zu und genießt es spürbar, ihr Publikum mit Weird- oder Direktheiten zu provozieren.
 
Ayub studierte Malerei und experimentelle Animation an der Universität für angewandte Kunst sowie performative Kunst an der Akademie der bildenden Künste. Heute lebt sie als Regisseurin und Drehbuchautorin in Wien und gilt – nicht zuletzt nach ihren in Berlin und Locarno ausgezeichneten Spielfilmen Sonne (2022) und Mond (2024) – als eine der originellsten jungen Stimmen im europäischen Kino.
 
Bei den Wiener Festwochen ist sie heuer mit ihrer ersten Theaterarbeit Weiße Witwe zu Gast; ein idealer Anlass, ihr Kurzfilmschaffen in den Fokus zu rücken. (Daniel Hadenius-Ebner)

In Anwesenheit von Kurdwin Ayub

In Kooperation mit Vienna Shorts, sixpackfilm und Wiener Festwochen